Sind Phantasiereisen eine Realitätsflucht?

Phantasiereisen als Realitätsflucht?

Ein oft gehörtes Argument gegen Phantasiereisen lautet, dass sie uns eine heile Traumwelt vorgaukeln, die nicht wirklich existiert, und so eine Flucht aus der Realität darstellen. Verlieren wir tatsächlich den Bezug zur Realität, wenn wir häufig Traumreisen unternehmen?

Phantasie und Realität – kein Widerspruch

Phantasie und Realität bilden keinen Gegensatz, sondern sind eng miteinander verbunden. Wir nutzen unsere Phantasie, um uns zukünftige Ereignisse vorzustellen, uns Wünsche oder Ängste bewusst zu machen oder auszuloten, wie unsere Projekte sich entwickeln könnten, die ihrerseits selbst unserer kreativen Vorstellungsgabe entspringen. Unsere Phantasie kann heftige, sehr reale Gefühlsreaktionen auslösen, begleitet von messbaren körperlichen Veränderungen, von überschwänglichen Glücksgefühlen bis zu Wut und Verzweiflung. Ganz klar ist die Phantasie ein bedeutender Teil unserer Realität, der nicht vernachlässigt werden darf, sondern konstruktiv genutzt werden will, um ein erfülltes Leben zu führen. Alles, was jemals entwickelt, erfunden oder gebaut wurde, hat seinen Ursprung in der Phantasie – sie entwirft die Blaupausen dessen, was später einmal Realität sein wird.

In Phantasiereisen der inneren Wirklichkeit begegnen

Phantasiereisen helfen uns, in Kontakt mit unseren Gefühlen zu treten, unsere Sehnsüchte, Ängste und Bedürfnisse bewusst zu machen und die innere und äußere Realität zu verarbeiten. Indem wir mehr über uns selbst erfahren, können wir den Anforderungen des Alltags besser begegnen und ein positives Verhältnis zu uns gewinnen, Selbstvertrauen, innere Ausgeglichenheit und Lebensfreude entwickeln. Phantasiereisen vermitteln Erfahrungen, die uns Kraft und Zuversicht für die Bewältigung unserer Aufgaben geben. Deshalb kann bei Phantasiereisen von Flucht keine Rede sein – höchstens von einer Flucht nach vorn, mitten hinein ins Leben!