Vorstellungsbilder als Konzentrationshilfe

Vorstellungsbilder als Konzentrationshilfe

In Phantasiereisen wird großer Wert darauf gelegt, dass man sich alles so plastisch wie möglich vorstellt. Gerüche, Geschmäcker, Tastempfindungen und visuelle Eindrücke sind aber doch alle nur vorgestellt – wie sollen sie etwas dazu beitragen können, dass man sich entspannt? Dieser Frage wollen wir in diesem Artikel nachgehen.

 Phantasiereisen nutzen die Erinnerung

Alle unsere Erfahrungen sind im Gehirn gespeichert. Wenn wir versuchen, uns etwas vorzustellen, rufen wir diese Erinnerungen aus unserem Gedächtnis ab. Sie beschränken sich aber nicht nur auf die Form, die Farbe oder den Geruch eines Gegenstandes, sondern aktivieren auch die Gefühle, die wir mit ihnen verbinden. Daher werden oft solche Sinneseindrücke in Phantasiereisen genutzt, die wir mit Genuss und Freude verbinden – zum Beispiel das Gefühl Sonne auf der Haut oder der Geschmack einer süßen Frucht. Im „Genuss-Modus“ entspannen sich Körper und Seele leichter.

 Sinneseindrücke für jeden Entspannungstyp

Wir nehmen die Welt nicht alle gleich wahr. Untersuchungen haben gezeigt, dass manche Menschen die Welt eher durch die Augen wahrnehmen (visueller Typ), andere über das Hören (auditiver Typ) und eine dritte Gruppe über Körperempfindungen und Bewegung (kinästhetischer Typ). Jeder Wahrnehmungstyp braucht andere Reize, um sich zu entspannen. Deshalb nutzen wir in unseren Phantasiereisen alle Wahrnehmungskanäle, um euch ein maximales Hörerlebnis zu bieten. So erreichen wir jeden Hörer auf seiner „Wellenlänge“, unabhängig vom Entspannungstyp.

Sinneseindrücke als Konzentrationshilfe

Vielen Menschen fällt es anfangs auch dann schwer, ihre Alltagsprobleme loszulassen, wenn sie sich eine Phantasiereise anhören. Man kann sich aber nicht entspannen und abschalten, wenn man mit Stress erzeugenden Gedanken beschäftigt ist. Gegen Gedanken, die sich hartnäckig aufdrängen, hilft nur eines: Man muss seine Aufmerksamkeit von ihnen abziehen und auf andere Vorstellungen richten. Angenehme Vorstellungsbilder helfen dabei, denn eigentlich konzentrieren wir uns lieber auf schöne Dinge als auf unerfreuliche. So kann man mit möglichst angenehmen Vorstellungsbildern einen Anreiz bieten, der Phantasiereise konzentriert zu folgen, damit der Hörer sie so wirkungsvoll wie möglich erlebt.

Vorstellungen schaffen positive innere Erfahrungen

Im Alltag erleben wir immer wieder die gleichen Sinneseindrücke. Unser Tagesablauf ist von unserem Arbeitsalltag und unseren Routinen erfüllt, und viele Dinge wiederholen sich ständig. Dadurch entsteht eine Reizarmut, die wir auszugleichen versuchen, indem wir uns Abwechslung verschaffen, zum Beispiel schwimmen gehen oder mit Freunden etwas unternehmen. Diese positiven Erfahrungen sind wichtig für unser seelisches Gleichgewicht und helfen uns, nicht in Routinen zu erstarren.

Phantasiereisen sorgen durch ihre intensiven Vorstellungsbilder ebenfalls für Abwechslung, indem sie ganz außergewöhnliche Erlebnisse vermitteln – und das bei minimalem Aufwand. Selbst wenn man zu erschöpft ist, um noch etwas zu unternehmen, kann man mit Hilfe von Phantasiereisen ohne jede Anstrengung trotzdem etwas Angenehmes spüren und erleben. Das Gehirn macht dabei keinen Unterschied zwischen einer vorgestellten und einer körperlichen Erfahrung. Dass man während der Entspannung noch mit positiven Gedanken versorgt wird, tut ein Übriges, um die Stimmung aufzuhellen und Kraft zu tanken. Hier dienen die möglichst intensiv vorgestellten Sinneseindrücke dazu, das Erleben zu steigern, um eine positive innere Erfahrung zu machen, ungetrübt von den ärgerlichen Kleinigkeiten des Alltags.

Wie man sieht, erfüllen Sinneseindrücke in Phantasiereisen gleich eine ganze Reihe von Aufgaben. Das Ziel ist immer das gleiche: euch eine möglichst tiefe Entspannung, Optimismus und Lebensfreude zu vermitteln.