Tai Chi ist eine Formvon Qi Gong

Tai Chi ist eine Formvon Qi Gong

Qi Gong – Entspannung aus dem Reich der Mitte

Ruhige, fließende Bewegungen, stetiger Atem, ein entspannter und aufmerksamer Geist – das ist Qi Gong. Millionen von Chinesen beginnen den Tag mit dieser Bewegungsmeditation, deren gesundheitsfördernde Wirkungen durch eine Vielzahl von Studien belegt sind. Inzwischen gibt es auch in Deutschland eine Fülle von Angeboten, eine der vielen Formen des Qi Gong, zu denen auch das Tai Chi zählt, zu erlernen. Was kann Qi Gong zu Ihrem Stressabbau beitragen, und wie funktioniert es?

Qi Gong ist Arbeit am „Qi“

Qi ist ein Begriff aus der traditionellen chinesischen Heilkunde, der sich nur schwer in westliche Begriffe übersetzen lässt. Oft als „Lebenskraft“ übersetzt, erfüllt das Qi eine Vielzahl von Funktionen. Nach chinesischer Auffassung zirkuliert es in einem System von Leitbahnen, den Meridianen, die über den ganzen Körper verteilt sind. Fließt das Qi ungestört und harmonisch, ist der Mensch gesund und ausgeglichen. Gibt es Störungen im Fluss des Qi, können Krankheiten entstehen, die es nötig machen, seinen Fluss wieder zu harmonisieren.

Dabei werden in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bestimmte Emotionen mit bestimmten Organen verknüpft. So beeinflusst der Übende nicht nur seinen Körper, sondern auch seinen Geist durch die Übungen. Einen Zustand von Ruhe und Harmonie zu erreichen, in dem das Qi frei fließt, ist das Ziel der Übungen.

Vorteile des Qi Gong

Einer der größten Vorzüge dieser Entspannungsform ist, dass nahezu jeder sie anwenden kann. Neben den bewegten Formen des Qi Gong gibt es auch das „stille“ Qi Gong, das im Sitzen oder Liegen praktiziert werden kann. Qi Gong steigert die Selbstwahrnehmung, beruhigt den Geist und sorgt durch die bewusste, vertiefte Atmung für eine bessere Versorgung der Organe mit Sauerstoff.

Die Übungen können so gewählt werden, dass auch Menschen mit Gelenkschmerzen oder anderen Störungen des Bewegungsapparates sie durchführen können. Es gibt sogar Übungen, die eigens für Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt werden. Auch bei erhöhtem Blutdruck, Verdauungsbeschwerden oder Konzentrationsstörungen kann Qi Gong einen wertvollen Beitrag zur Behandlung leisten.

Wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkung ist es inzwischen auch in Deutschland ein von den Krankenkassen anerkanntes Mittel zur Gesundheitspflege. Viele Krankenkassen bieten daher eigene Qi Gong-Kurse zu ermäßigten Preisen an. Doch auch Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung veranstalten Kurse, deren Kosten in vielen Fällen zum Teil von den Krankenkassen übernommen werden können.

Qi Gong – eine optimale Methode zur Selbstbehandlung?

Ganz sicher zählt Qi Gong zu den Methoden, die nahezu jeder für seine Entspannung und sein Wohlbefinden nutzen kann. Um einmal in die chinesische Bewegungsmeditation hineinzuschnuppern, mag zu Beginn ein Video oder ein Einsteiger-Buch ausreichen. Doch die Anleitung durch einen erfahrenen Lehrer und das Lernen in der Gruppe hat viele Vorteile: Die Übenden können individuell korrigiert werden, Fragen stellen und sich untereinander austauschen. Das ist mit einem Buch nicht möglich. Gemeinsames Üben steigert außerdem den Spaß und die Motivation – gute Gründe, einen Kurs zu besuchen.